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Zeitlicher Abriss der Entwicklung von Instrumenten, mit dem Prinzip der durchschlagenden Zunge:

 

 

2000 v.Chr.

 

Erste Erwähnung einer Mundorgel in China, genannt Sheng. Gebilde aus Kürbisschale mit Bambusrohren, in welchem im unteren Teil die Zungen eingeschnitten sind.

 

 

1762

 

Benjamin FrankIin entwickelt die Glasharmonika

 

 

1780

 

In diesen Jahren experimentierte in Kopenhagen der Mediziner und Akustiker Christian Gottlieb Kratzenstein mit der Durchschlagzunge. Er baute Sprechmaschinen unter Benutzung solcher Zungen. Bei seinen Versuchen assistiert ihm der Orgelbauer Kirsnik, der sich wiederum damit beschäftigt, dass Prinzip der Kratzensteinischen Tonerzeugung auf sein Instrument zu übertragen. Er baut Register mit Durchschlagzungen in seine KIeinorgel ein

 

 

1790

 

Abbe VogIer lässt sich solche Durchschlagzungen in sein Orchestrion, eine tragbare Konzertorgel, einbauen und unternimmt über den gesamten europäischen Kontinent Konzertreisen

 

 

1806

 

Bernhard Eschenbach baut mit Kaspar SchIimbach die Aeoline, ein Instrument bei dem die Durchschlagzunge zugleich Klangerreger und KIangabstrahler ist (Erstmals ohne KIangrohr). Sie legen damit den Grundstein für die Zungeninstrumente

 

 

1821

 

Anton HaeckeI lässt in Wien seine Physharmonika patentieren. Ein Musikinstrument, das einem Harmonium im Aufbau und Aussehen schon sehr nahe kam

 

 

1821

 

Der aus Friedrichroda in Thüringen stammende und nach BerIin übersiedelte Friedrich Buschmann, entwickelt ein Stimmgerät auf der Basis der DurchschIagszunge mit Kanzellen und TonIöchern. Seine Mundäoline taucht über den Hausierhandel wahrscheinlich etwa gleichzeitig in Trossingen und Wien auf

 

 

1822

 

Buschmann erweitert sein Instrument mit einem Lederbalg und Spieltasten, baut Zug- und Druckzungen ein und entwickelt so seine Handäoline

 

 

1829

 

Zyrill Demian (KIavier- und Orgelbauer), meldet in Wien das erste Patent auf ein Handbalginstrument an, genannt Accordion

 

 

1831

 

Demian baut das "vollkommene Accordion". Eine Reihe tonartbezogene Töne, eine Reihe mit Zwischentönen. Auch die Bassseite wird vervollkommnet, man kann die Basstonleiter der entsprechenden Tonart spielen. Die Klappen die man noch heute kennt, werden auch zu dieser Zeit eingebaut. Sie haben die Aufgabe Luft nachzuschöpfen und abzulassen

 

 

1835

 

Ab jetzt gibt es nach der Erweiterung Tonartumfangs auch so genannte Verschiebungen. Die Vorläufer der heutigen Register, die mittels Bolzen an der Gehäusewand betätigt werden und die sich zu einem Merkmal der Deutschen Harmonika entwickeln

 

 

1838

 

Einführung der Doppelstimmung (Schwebetonreihe)

 

 

1838

 

Matthäus Bauer (Wien), führt Tonkanzelle und Stimmstock ein, vermutlich wegen des Platzbedarfs der Schwebetonreihe

 

 

1850

 

Franz Walther (Wien), baut das erste chromatische Knopfakkordeon, allerdings mit diatonischem Bass

 

 

1854

 

Matthäus Bauer stellt sein Clavierharmonika vor. Ein Instrument, bei dem die Diskantseite mit einer Pianoklaviatur versehen war. Hier wird zum ersten Mal die Diskantseite mit der rechten Hand und die Bassseite mit der linken Hand gespielt. Gleichzeitig wird in diesem Zeitraum von der vertikalen zur horizontalen Spielweise übergegangen

 

 

1870

 

Erfolgt der Schritt zur chromatischen Bassbegleitung mit vier Knopfreihen. In erster Entwicklungsstufe sind jedem Spielknopf der Bassseite die entsprechenden .Klappen separat zugeordnet. Zu jedem Knopf aus den Begleitakkordreihen gehören je 3 Zug- und 3 Druckzungen. Das erfordert einen erheblichen Raumbedarf, wodurch der Spielumfang sehr eingeschränkt wird. Eine für die Weiterentwicklung zum heutigen Akkordeon wichtige Aufwertung der Bassseite erfolgt durch die Bassmechanik, über deren Ursprung aber leider nichts bekannt ist

 

 

1890

 

Matthäus Bauer stellt ein beiderseitig chromatisches Knopfinstrument mit je 46 klingenden Knöpfen vor. Es ist das erste MIlI Knopfakkordeon, dies geriet allerdings wieder in Vergessenheit

 

 

1930

 

Das Pianoakkordeon mit ceIluIoidiertem Gehäuse wird Standart in Show und Unterhaltung. Als maximale Grösse bürgert sich die 41/120- Version ein. Zumeist sind die Instrumente lediglich zweichörig, wobei schon fünfchörige Bassseiten erhältlich waren

 

 

1933

 

Willy Hintermeyer meldet ein völlig akkordfreies Akkordeon (Freebass) zum Patent an, keine Verbreitung

 

 

1934

 

Viktor Skudies lässt eine Harmonika patentieren die ein umschalten der Akkorde auf Einzeltöne ermöglicht (Konverter), keine Verbreitung

 

 

ab ca. 1940

 

Beginn der Mehrchörigkeit beim Akkordeon.

 

 

ab ca. 1945

 

Der Piccolo-Chor hält Einzug in das Instrument. Das Tremolo wird für Solisten immer flacher und hat heute den Stand des Nulltremolos erreicht.

 

 

Ab ca. 1950

 

Bereits seit den 30ger Jahren wird versucht, den .Klang zu beeinflussen. Jetzt erst gelingt aber einem unbekannten, vermutlich italienischen Akkordeonbauer, die Entwicklung des Cassottos.

 

Zu dieser Zeit entwickelt sich der Wunsch nach dem Melodiebass. Einführung von Baritonbässen und Konverter, etwas später auch Freebass-Instrumente.
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